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Gesichter in Stein

In Thailands Klöstern und Tempeln sitzen sie, die steinernen Mönche. Sie werden hochverehrt. Ihre Gesichter sind oftmals vergoldet und manch einer wird so sehr verehrt, dass das Gesicht ganz unter Gold verschwindet. Das Aufbringen von Goldplättchen soll Glück bringen und so werden die Gläubigen nicht müde Schicht für Schicht aufzutragen. 

Gesichter in Stein zieren auch die Tempelwände von Angkor. Es heißt, die Fresken in Angkor waren einst vergoldet, heute ist dieser Glanz verschwunden. Der Stein zerfällt zusehends und der Ausdruck der Gesichter wird geheimnisvoller von Tag zu Tag. Maches wird restauriert, aber der Zahn der Zeit nagt schneller als die Meißel arbeiten können.

Die Ausstellung Gesichter in Stein (wörtlich Naa Hin) zeigt einige dieser faszinierenden Steingesichter.

Ob mit oder ohne Gold – beeindruckend sie sie alle.

 

Pressetext

von Hubert Steins anlässlich der Ausstellung naa hin im K22 / Köln von Juli bis August 2004:

Ein Fotozyklus von A & M Markand  

naa hin ist das Thailändische Kompositum für den Begriff Steingesicht. naa hin nennen die Autoren, Filmemacher und Reisejournalisten A & M Markand ihr Ausstellungsprojekt, das nun ab 9. Juli im Kunstraum 22 präsentiert wird. Gezeigt werden Fotografien asiatischer Mönchsfiguren, die in Thailand während des Gebetes von Gläubigen mit Blattgold beklebt wurden. Auf den Fotos erscheinen diese Figuren jedoch ohne Bildhintergrund. Aus ihrem Kontext losgelöst und lediglich vor weißer Fläche präsentiert, bestechen die Skulpturen nun trotz ihrer goldenen Oberfläche durch einen Realismus, der den Unterschied zwischen lebender Person und Skulptur aufhebt. So rücken die abgelichteten Mönchsskulpturen durch die Art ihrer Inszenierung unmerklich in die Nähe hyperrealistsicher Arbeiten, wie sie beispielsweise von Duane Hanson oder Ron Mueck bekannt sind. Mit naa hin präsentieren A & M Markand einen Fotozyklus, der in irritierender Weise die Grenze zwischen Dokumentarismus und Kunstfotografie verwischt.